So sah es gestern aus, als unsere Wege sich getrennt haben:
Dynamisch der Manne,
und mein Fahrrad und ich im super schönen TGV-Bahnhof von
Avignon.
Quatsch! Alles war okay, die Fahrt sehr angenehm und schnell
bis Straßburg.
Im Zug nach Offenburg ging’s dann los , man quetscht sich,
es ist heiß, man muss stehen und das Fahrrad bei jedem Stopp hin-und her manövrieren,
damit die Leute ein- und aussteigen können, dann Schienenersatzverkehr auf der
Schwarzwaldbahn, also von Offenburg erstmal nach Freiburg, dann Donaueschingen,
und bei jedem Umsteigen die Frage ob man es schafft sich hineinzudrücken oder
nicht.
Aber geschafft! und auch ein paar nette Begegnungen gehabt:
Ein junger Rennradler erzählt von seiner Tour
Basel-Marseille in einer Woche, dabei auch noch viermal auf den Mont Ventoux
hoch -und runtergefahren. Das macht man so als ambitionierter Radfahrer, wenn
man da vorbeikommt. Er interessiert sich auch für meine Radtour, „ach so was
mache ich auch mal, hört sich gut an, ….also später dann“ 😊😊
Und mit einem anderen Radfahrer tausche ich schöne
Radstrecken und Studentenfutter aus. Er fährt bis Villingen und da sein Zug
nach St. Georgen ausfällt, radelt er eben das letzte Stück.
Und eine ukrainische Familie, die mir schon im Zug von
Straßburg mit dem Fahrrad hilft, und die ich immer wieder sehe und schließlich
kommen wir in Donaueschingen ins Gespräch. Ja, sie wohnen in Engen, ja es
gefällt ihnen schon gut, aber es ist ein bisschen klein und schade, die
Altstadt ist immer so leer….die zwei kleinen Mädchen sagen ganz schüchtern
„guten Tag“.
Ja, Zugfahren kann ganz schön kommunikativ sein.
Nun aber das Fazit von dieser Reise:
Es war eine wunderschöne Radreise, eigentlich waren es drei ganz unterschiedliche Touren:
1. Zuerst am Atlantik:
die Cote de Jade mit den Steilküsten und den kleinen Buchten
und der heftigen Ebbe und Flut, das große Sumpfland „les Marais“
Das Land der Huitres, der Austern, mit den kleinen Ständen,
an denen man sie direkt aus dem Wasser auf den Teller bekommt. Mit dunklem
Brot, einer würzigen Zwiebeltunke und einem Glas Weißwein
Dann die Cote de Lumière mit den schönen Sandstränden und
diesem unglaublich hellen Licht.
Die Cote d’Argent, wo die großen Dünen beginnen, die
Surferstrände und das hippe Strandleben.
2. Die zweite Radtour ging an der
Garonne entlang, in der man schön baden kann! Bordeaux, Toulouse, Canal du
Midi, Hausboote, Mietboote, kleine Cafés und Kioske, Schleusen….Kanalradeln ist
immer wunderschön und gemütlich. Dann wird’s immer mediterraner, die Märkte,
Pinien, Lavendel.
3. Die dritte Radtour, durch die
Camargue und in die Provence mit den netten alten Städtchen. Absolutes
Highlight, die Fahrt von Sete nach Aigues Morte, wo wir auf dem schmalen Damm
übers Wasser gefahren sind: Rhonekanal, Teich und Meer, alles blau, alles
Wasser und wir mittendrin.
Essen war sehr gut bis gut und nur einmal schlecht.
Am besten waren die Austern! Soooo frisch! Wie ein Schluck pures
Meer.
Und über den französischen Wein kann man ja auch nicht
meckern.
Und mal wieder 10 Punkte für die Reiseleitung! Danke Manne!
War das die schönste unserer Radreisen?
Ja, ich glaube schon! Zumindest steht sie auf Platz eins, zusammen mit
der Tour über die Alpen.
1230 km bin ich mitgefahren und jetzt nur noch eins:
Gute Weiterfahrt Manne und gaaaaanz viel Rückenwind!
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